Rückblick Ankerland TraumaTage 2011 – Das Benefiz Dinner

Für geladene Gäste ging es in der Elbmeile XIII an der Großen Elbstraße weiter: 160 Gäste trafen sich zum Benefiz Dinner für Ankerland und die Kinder unserer Stadt. Alida Gundlach führte charmant durch den Abend und traf in zwei Talkrunden mit Fachleuten und Betroffenen den richtigen Ton, um einerseits der Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit des Themas gerecht zu werden und andererseits den Gästen einen unterhaltsamen und genussvollen Abend zu bereiten. Dafür sorgten insbesondere auch das Hamburger Catering-Unternehmen „Der Blaue Hummer“, welches sich für das leibliche Wohl der Gäste einsetzte sowie die musikalischen Beiträge des Hamburger Jugendprojekts „LUKULULE“, das selbst komponierte Songs in einer Professionalität präsentierte, die alle Anwesenden begeisterte. Highlight des Abends aber war sicherlich das etwa halbstündige Konzert von Max Mutzke, der gemeinsam mit seiner Band den Beweis antrat, dass er zweifelsfrei zu den begabtesten Sängern und Musikern Deutschlands zählt.

Auch Max Mutzke verzichtete auf eine Gage und setzte sich damit für das Projekt Ankerland und die Hilfe traumatisierter Kinder und Jugendlicher ein, wie zahlreiche weitere Unterstützer und Sponsoren, die am Erfolg der TraumaTage durch Ihr Engagement einen wesentlichen Anteil hatten. So auch der Automobilhersteller Skoda, der mit einem kostenlosen Shuttle-Service für die sichere Heimfahrt der Gäste sorgte.

Bereits am 22. September hatten die TraumaTage mit einem SchülerWorkshop begonnen. In enger Kooperation mit der Hamburger Schulbehörde und unter fachärztlicher Leitung von Dr. Andreas Krüger sprachen Schulklassen (7. und 8. Klasse) der Stadtteilschulen Lohbrügge und Sinsdorf über eigene Gewalterfahrungen und wurden zu „kleinen Experten“ für das Erkennen und Verstehen von traumatisierenden Erlebnissen. Schüler aus Lurup stellten ihren selbst komponierten Song „Elternliebe“ vor.

Auf dem Schülerworkshop und dem Informationsforum präsentierten Hamburger Schulen darüber hinaus die Ergebnisse ihrer künstlerischen Interpretation der Themen Trauma und Gewalt. Die Stadtteilschule am Richard-Linde-Weg in Lohbrügge stellte Skulpturen aus, über die Schüler der sechsten Klasse Opfer- und Tätergefühle in Körpersprache ausgedrückt hatten. Trauma, Ängste und Jugendgewalt waren auch die Themen der berührenden Bilderausstellung der Stadtteilschule Lurup, die auf dem Informationsforum zu sehen war und in Auszügen auf der Facebook-Seite von Ankerland zu sehen ist.

Das Fazit der ersten TraumaTage: ein großer Erfolg für Ankerland und die Kinder Hamburgs! Eine Fortsetzung ist bereits in Vorbereitung – und wir planen mit deutlich mehr Platz!

Rückblick Ankerland TraumaTage 2011
 – Das Informationsforum

Informationen, Diskussionen, viel Engagement und ein überwältigendes Interesse: ein großer Erfolg – für Ankerland und für Hamburg.

Die zweihundert Sitzplätze des Hörsaals im Museum für Völkerkunde waren schnell besetzt. Aber selbst 50 eilig herbeigeschaffte Klappstühle und die Nutzung der Fensterbänke und Treppen als „Notsitz“ reichten nicht aus, allen Interessierten einen Platz zu organisieren.

Mit geschätzten 400 Gästen übertraf die Teilnehmerzahl des Informationsforums zum Thema „Jugendgewalt“ alle Erwartungen. Medizinisches und psychologisches Fachpublikum, Lehrer, Eltern, Betroffene und weitere Interessierte informierten sich bei Vorträgen, Podiumsdiskussionen und an zahlreichen Informationsstände verschiedener Hilfsorganisationen über die Möglichkeiten der Prävention sowie die Akutversorgung und langfristige Therapie der Folgen von Jugendgewalt.

Neben dem Veranstalter Ankerland informierten und berieten die PRO AKTIV – Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt, der Polizeiliche Opferschutz, der WEISSE RING, die Organisation Gefangene helfen Jugendlichen e. V., der Deutsche Kinderschutzbund, das Hamburger Gewaltschutzzentrum, das Kriseninterventionsteam des DRK und die Seelsorge der Hamburger Feuerwehr die Besucher.

Schirmherr Olaf Scholz konnte aus terminlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein, bekräftigte aber über ein Grußwort die Wichtigkeit und Ernsthaftigkeit seines Engagements für Ankerland und die TraumaTage.

Hochkarätige Referenten beleuchteten die Thematik im Laufe des Tages aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und Moderator Klaus Wiesinger führte durch das Programm: Schüler- und Elternvertreter setzten sich mit dem Thema „Gewalt in der Schule“ auseinander und Dr. Christian Böhm, Leiter der Beratungsstelle Gewaltprävention stellte die Handlungskonzepte der Hamburger Schulbehörde vor.

Mit dem Themenkomplex „Beziehungsgewalt“ beschäftigten sich Prof. Dr. Peter Wetzels, Leiter des Instituts für Kriminalwissenschaften der Universität Hamburg und Prof. Dr. Hubertus Lauer, Vizepräsident des Deutschen Kinderschutzbundes.

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, der Direktor des Instituts für Hirnforschung an der Universität Bremen gab dem Auditorium einen fundierten, aber auch für den Laien verständlichen Einblick in die Hirnforschung und referierte über die Auswirkungen körperlicher und psychischer Gewalt auf das kindliche Gehirn.

Über die Folgen körperlicher Gewalt und seelischer Verletzungen sprach auch Dr. Andreas Krüger, Initiator und medizinischer Leiter von Ankerland. Er wies in seinem Vortrag u. a. auf die Lücken im Versorgungsnetzwerk und die Notwendigkeit eines Trauma-Therapiezentrums für Kinder und Jugendliche hin – eines der wesentlichen Ziele von Ankerland.

Alle Vorträge werden in Kürze auf der Facebook-Seite von Ankerland zum Download bereitstehen. Den Abschluss des Informationsforums bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema, in der neben Referenten des Tages auch Kathrin Hennings, Landesjugendbeauftragte der Polizei Hamburg, Kristina Erichsen-Kruse, stellvertretende Landesvorsitzende des WEISSEN RING und Sabine Voigt, Leiterin der Interventionsstelle bei Häuslicher Gewalt von PRO AKTIV diskutierten und sich den Fragen des Publikums stellten.

Ankerland bedankt sich bei allen Teilnehmern und Besuchern ganz herzlich

 

Grußwort unseres Schirmherrn: Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz

“Jugendgewalt ist ein dringendes Thema, vor dem wir nicht die Augen verschließen dürfen. Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, um Jugendgewalt und ihre Ursachen bereits im Ansatz zu verhindern und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Opfern von Jugendgewalt tatkräftig zur Seite zu stehen.

Deshalb arbeiten Senat, Behörden und alle betroffenen Institutionen in der Hansestadt eng zusammen, um konkrete Maßnahmen zur Prävention und zur Bewältigung der Folgen von Jugendgewalt zu treffen und diese laufend an aktuelle Entwicklungen anzupassen. Und darum unterstütze ich persönlich als Schirmherr die diesjährigen TraumaTage.

Mit der Initiative „Hamburg, wach auf! Stoppt Jugendgewalt!“ möchte der gemeinnützige Verein Ankerland e.V. auf die Problematik Gewalt und Trauma aufmerksam machen und so einen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Versorgungssituation in unserer Stadt leisten. Wie wichtig dieses Thema ist, zeigen auch die hochkarätigen Referenten, die auf dem Informationsforum über die Aspekte Schulische Gewalt, Beziehungsgewalt, Neurobiologie der Gewalt sowie über die seelischen Folgen informieren werden.

Die TraumaTage sollen der Auftakt zu einer regelmäßig wiederkehrenden Veranstaltungsreihe werden. Hierfür wünsche ich dem Verein Ankerland und allen Beteiligten viel Erfolg und allen Teilnehmern der Veranstaltung einen erkenntnisreichen Tag.”

Olaf Scholz

Schülerworkshop macht Schule

TraumaTage Teil 1 – drei Schulklassen und ein Thema: Jugendgewalt und ihre Folgen. Beim ersten Veranstaltungsteil der Ankerland TraumaTage musste die Öffentlichkeit draußen bleiben. In Zusammenarbeit mit der Schulbehörde arbeitete Dr. Andreas Krüger mit drei Hamburger fünften Schulklassen, die bereits Gewalterfahrungen durchlitten haben. Es ging um die Ursachen, die Entstehung und die Vermeidung von Gewalt – und um den Umgang mit den Konsequenzen. Die Schüler nahmen Tipps und Hintergründe mit auf den Weg, wie Sie – bei sich selbst und bei Mitschülern – ein Trauma erkennen können und wie es behandelt wird.

Und sie brachten sich auch selbst ein: so wurden die Ergebnisse eines Kunstprojektes präsentiert, bei dem Schüler Täter- und Opfergefühle anhand selbstgebastelter Skulpturen dargestellt haben und zur Einstimmung präsentierten einige der Teilnehmer den selbst komponierten Song „Elternliebe“.

Der zweite – und öffentliche Teil der TraumaTage folgt am 20. Oktober. Zum einen mit dem Informationsforum im Museum für Völkerkunde zum zweiten mit dem Benefiz Dinner in der Elbmeile 13. Neben einem exquisiten Gala Menue erwarten die Gäste u. a. interessante Talks mit Alida Gundlach, das Hamburger Gesangs- und Tanzprojekt LUKULULE und ein exklusives Unplugged Konzert von Max Mutzke!

Es gibt noch Restkarten – bei Interesse schreiben Sie uns unter info@ankerland.org.

Heute geht es los mit den TraumaTagen 2011: Hamburgs erster Schüler-Workshop gegen Jugendgewalt schult Selbsthilfe-Know-how.

Hamburg, 22. September 2011. Im Zuge der Initiative „Hamburg, wach auf! Stoppt Jugendgewalt!“ starten die TraumaTage 2011 mit dem Schüler-Workshop am 22.09.2011 im Museum für Völkerkunde. Initiator Ankerland e. V. kooperiert hier mit der Hamburger Schulbehörde, um betroffenen Schülern Strategien zur Selbsthilfe zu vermitteln.

Jugendgewalt passiert fast täglich und ist deshalb ein aktuelles Thema unserer Gesellschaft. Die Ermordung des 19-jährigen Mel im S-Bahnhof Jungfernstieg im Mai 2010 ist bis heute allen Bürgern im Gedächtnis geblieben – und wird es auch bleiben. Besonders Mels Freunde wird diese Tat immer begleiten. Nicht wenige Jugendliche sind bereits mit Gewalttaten in Kontakt gekommen, haben selber welche begangen oder wurden Opfer davon.

Ankerland e. V. tut etwas dagegen und startet seine Initiative deshalb mit einem Workshop für Jugendliche, die bereits mit Gewalttaten in Berührung gekommen sind.
Übergeordnetes Ziel ist die Vorbeugung der Jugendgewalt, doch im ersten Schritt gilt es, das Thema direkt anzusprechen. Dr. Andreas Krüger, ärztlicher Leiter des Vereins, setzt sich mit den Schüler aus der 5.–7. Klasse zusammen und bespricht mit ihnen die Folgen einer Gewalterfahrung. In einer offenen Gesprächsrunde innerhalb einer Klasse ist es jedem Schüler möglich, seine Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen zu schildern. Jeder entscheidet selbst, wie viel er erzählt.

Nachdem die Schüler ihre Sicht beschrieben haben, schließt Dr. Andreas Krüger an und zeigt auf, was neben den sichtbaren für unsichtbare Folgen, nämlich die eines Traumas, entstehen können: das Notfallprogramm im Kopf (= Posttraumatische Belastungsstörung). Dr. Andras Krüger dazu: „Es ist sehr wichtig, dass die jungen Menschen, die Gewalt erlebt haben, verstehen, was ihrer Seele dabei passiert. Seelische Verletzungen sind sehr häufig und es gibt Wege, sie zu heilen.“.